Impact of Diversity Award zum ersten Mal ausgezeichnet

Mit einer feierlichen virtuellen Gala wurde am 4. März zum ersten Mal der Impact-of-Diversity-Award verliehen. Ausgezeichnet wurden 13 herausragende Persönlichkeiten, Initiativen und Unternehmen, die sich um mehr Vielfalt in der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft verdient gemacht haben.

„Diversität und Erfolg in Unternehmen, unserer Gesellschaft und in der Politik sind direkt miteinander gekoppelt. Wir möchten deshalb mit dem Impact-of-Diversity-Award inspirierende Projekte würdigen, die sich für mehr Vielfalt engagieren“, erklärte IOD-Gründerin Barbara Lutz in ihrer Begrüßung „Diversität heißt, alle Menschen zu inkludieren und gemeinsam die Veränderungsprozesse voranzutreiben. Mit dem Impact of Diversity wollen wir klarstellen, welche Kraft und positiven Einfluss Diversität auf Unternehmen und Gesellschaft hat, wie veraltete Strukturen aufzubrechen und welche Veränderungen damit zu erreichen sind. Diese Maßnahmen wollen wir mit dem Award strategisch fördern.“

Barbara Lutz und Tatjana Ohm, Chefmoderatorin der WELT, vor der Galerie der Preisträger:innen des Impact of Diversity Awards.

Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner des ersten IOD-Awards in allen 13 Kategorien:

WINITIATIVE: Internationality: cross cultural bridges – Ellen Wagner

Die Wirtschaftspsychologin Ellen Wagner bietet mit ihrer Firma Unternehmen in Deutschland und in den USA Diversity-Coachings an. Ihr Projekt „cross cultural bridges“ „unterstützt Firmen dabei, die eigenen Hürden zu erkennen und abzubauen“, meint die Jury.

WINITIATIVE: Gender Inclusion: Berliner Wasserbetriebe

Die Berliner Wasserbetriebe starteten im Herbst 2020 ein Programm zur Unterstützung von Frauenkarrieren. An dem Empowerment-Programm beeindruckte die Jury vor allem „das Commitment, mit dieser Maßnahme einen Kulturwandel im Unternehmen“ anzustoßen.

Glorious Award: Commerzbank AG

Der vielbeachtete Kampagnenfilm „Pferdeschwänze“ der Commerzbank zur Frauen-Fußball-WM 2019 stieß eine gesellschaftliche Debatte über die Diskriminierung von Frauen an. „Ein tolles Beispiel dafür, wie ein Unternehmen die Chance nutzen kann, sich klar zu positionieren, sehr aufmerksamkeitsstark zu sein und eingesetzte Mediengelder nicht nur für das eigene Image, sondern auch für ein starkes Statement für mehr Diversität nutzen kann“, findet die Jury.

Die Moderatorinnen präsentieren die Finalist:innen der Kategorie WINITIATIVE: Gender Inclusion.

Diversity Ambassador: Rolf Martin Schmitz – RWE AG

Der Vorstandsvorsitzende der RWE AG ist für die Jury ein „Diversity Ambassador at its Best“. Rolf Martin Schmitz hat den Energiekonzern diverser, vielfältiger und internationaler gemacht. Er besetzte zahlreiche Führungspositionen mit Frauen und führte konkrete Diversity-Ziele ein.

Female MINT Performance Unternehmen: FATALE University

„Die FATALE University ist eines der wirklich funktionierenden digitalen Empowerment-Programme für Frauen in MINT-Berufen & Science“, so die Jury. Die mehr als 100 Frauen, die an diesem Programm teilnahmen, erreichten deutliche Lohnsteigerungen, bekamen neue und bessere Jobs und wurden vermehrt zu Podien und wissenschaftlichen Konferenzen eingeladen.

Age Inclusion: GenZ meet GenYX – Dr. Irène Kilubi

Die von der Unternehmensberaterin Irène Kilubi gegründete Initiative entwickelt Lösungen für eine Arbeitswelt, in der Alt und Jung produktiv zusammenarbeiten. GenZ meets GenYX „baut Brücken“ und bringt die „Generationen interaktiv zusammen“, so die Jury.

Moderatorin Tatjana Ohm blättert gespannt durch die Finalist:innen

Beste Innovation in Mittelstand & Family Business: Holzwerke Gleitsmann GmbH – Saskia Stella Gleitsmann

Saskia Stella Gleitsmann hat in dem von ihr geleiteten Familienunternehmen erfolgreich ein Programm für mehr Vielfalt und Altersdiversität eingeführt. Sie senkte damit das Durchschnittsalter der Belegschaft und schaffte mehr Altersdiversität in der Führung. Die junge Unternehmerin „hat die Chance genutzt und das Unternehmen fundamental verändert“, lobt die Jury.

Rolemodel Leadership in Transformation: Katrin Pucknat – ResMed

Die Präsidentin des Medizintechnik-Unternehmens ResMed in Deutschland ist „eine junge Frau mit hoher Innovationskraft und großartiger Erfolgsstory“, meint die Jury. „Transformation braucht diese Art von Leadership“.

Social Inclusion Hero: ReDI School – Anne Kjær Bathel

Die gemeinnützige Programmier-Schule schafft Integration mithilfe von digitaler Bildung. Die von Anne Kjær Bathel 2015 gegründete Einrichtung wendet sich an Menschen, die aufgrund von Flucht, Armut oder Arbeitslosigkeit keinen Zugang zu digitaler Bildung haben – und bildet dabei Fachkräfte für die IT-Industrie aus.

Im Gespräch mit Tatjana Ohm erklärt Barbara Lutz die Entscheidungen der Jury.

Contribution to LGBTQ+: Busenfreundin – Podcast von Ricarda Hofmann

Mit ihrem Podcast „Busenfreundin – der Podcast“ erreicht Ricarda Hofmann ein großes Publikum. „Busenfreundin ist kein ‚Spartensender‘ sondern schafft es, über die unterschiedlichsten Themen eine breite Zuhörerschaft anzusprechen – darum geht es schließlich“, lobt die Jury.

Inclusion Champion: Marco Märsch – code<n>ground

Marco Märsch arbeitet seit April 2020 beim Berliner IT- und Digitalberatungsunternehmen code<n>ground. Für ihn wurde eigens der neue Posten des „Feelgood-Managers“ geschaffen. Auf seine ganz eigene Art bereichert er das Team. „Code<n>ground hat als Unternehmen gezeigt, wie es anders gehen kann und lebt Inklusion“, meint die Jury.

Diversity Dad Award: Vielfalt & Vereinbarkeitskampagne – Väter@OTTO

Mit Väter@Otto hat die Hamburger Otto Group eine Plattform für aktive Vaterschaft und partnerschaftliche Karriereentwicklung ins Leben gerufen. „Der Schulterschluss mit anderen (weiblichen) Netzwerken und die Sichtbarkeit für Familienmodelle (mit aktiven Vätern)“ hat die Jury „von dieser Einreichung überzeugt“.

Most Influential Woman: Düzen Tekkal – HAWAR.help und GermanDream gGmbH

Düzen Tekkal ist „eine herausragende, mutige und außergewöhnliche Persönlichkeit, ohne die unsere Gesellschaft um eine wichtige Stimme ärmer wäre“, findet die Jury. Als „Menschenrechtsaktivistin, Journalistin, Kriegsberichterstatterin, Politologin, CEO & Founder bei GermanDream und HAWAR“ habe sie „die politische und gesellschaftliche Debatte nachhaltig beeinflusst“.

Zhengrong Liu, Vorstandsmitglied von Beiersdorf, begrüßt die Zuschauer:innen des Impact of Diversity Awards.

Zhengrong Liu, Vorstandsmitglied des Hauptsponsors Beiersdorf, nutzte die IOD-Award-Gala für eine besondere Ankündigung. Bis 2025 will der Hamburger Konsumgüterkonzern die Hälfte seiner weltweit über 1.000 Führungspositionen mit Frauen besetzen. „Die Zusammenarbeit im Rahmen der Think Tanks und des Awards sind für uns von Beiersdorf Inspiration und geben uns neue Impulse. Deshalb haben wir uns für das Gender Balanced Leadership bis 2025 entschieden. Bis dahin möchten wir eine 50:50 Verteilung der über 1.000 Führungskräfte weltweit. Das ist ein Meilenstein für unsere eigene Arbeit, für mehr Vielfalt und Inklusion.“

In seinem Grußwort unterstrich Liu die Bedeutung von Diversity als übergreifende Aufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft. „Obwohl wir aus unterschiedlichen Branchen und Organisationen unterschiedlicher Größe kommen, teilen wir alle die Leidenschaft für Vielfalt und Inklusion.“ Es bestehe zwar ein Zusammenhang zwischen Vielfalt und unternehmerischem Erfolg. Aber „Vielfalt und Inklusion sind gesellschaftliche Werte an sich“, unterstrich Liu. Sie „bedürfen keiner betriebswirtschaftlichen Begründung oder Rechtfertigung“.

Magarete Schramböck, österreichische Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, begrüßt die Zuschauer:innen des Impact of Diversity Awards.

Die österreichische Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Margarete Schramböck betonte in ihrem Grußwort die Verantwortung der Unternehmen. Es gehe „nicht nur um Diversität in der Gesellschaft, sondern um Diversität in den Unternehmen, die gelebt werden muss“, so die Politikerin. Dabei spielten Frauen eine zentrale Rolle: „Es muss ganz normal werden, dass Frauen an den Schlüsselstellen Entscheidungen treffen und ihre Erfahrungen und Inputs einbringen“.

Musikalisch umrahmt wurde die Gala vom Sänger und Songwriter Malik Harris. Sein Song „Faith“ avancierte im vergangenen Jahr zu einer Hymne der Black-Lives-Matters-Bewegung.  „Gerade in dieser komplizierten Zeit ist Diversität ein wichtiges Thema“, sagte Harris. Es sei umso wichtiger, „dass wir uns gegenseitig mit Respekt und Toleranz begegnen“.